Das Puzzle der Ursachen von eosinophiler Ösophagitis

In den letzten zehn Jahren wurde bei immer mehr Menschen eine eosinophile Ösophagitis diagnostiziert. Anfangs dachten Forscher, dass dies auf eine bessere Sensibilisierung der Ärzte und die Verfügbarkeit von Tests zurückzuführen sei. Jedoch deuten aktuelle Studien darauf hin, dass die Krankheit tatsächlich häufiger auftritt, was parallel zur Zunahme von Asthma und Allergien geschieht.

Chronisch entzündete Speiseröhre – Das passiert im Körper

Eosinophile sind eine typische Art von weißen Blutkörperchen, die im Verdauungstrakt vorkommen. Die eosinophile Ösophagitis wird durch das Vorhandensein einer großen Anzahl von Eosinophilen in der Speiseröhre verursacht. Die Speiseröhre reagiert auf Allergene wie Nahrungsmittel oder Pollen. Die Reaktion kann folgendermaßen ablaufen:

  • Reaktion der Speiseröhre: Die Schleimhaut der Speiseröhre reagiert auf Allergene wie Nahrungsmittel.
  • Vermehrung der weißen Blutkörperchen: Die Eosinophilen vermehren sich und produzieren ein Protein, das eine Entzündung verursacht.
  • Schädigung der Speiseröhre: Diese Entzündung kann zu Vernarbung und Verengung der Speiseröhre führen.
  • Schluckbeschwerden und Bolusimpaktion: Schwierigkeiten beim Schlucken werden als Dysphagie (Schluckstörung) bezeichnet. Es kann dazu führen, Nahrung beim Schlucken stecken bleibt (Impaktion).
  • Weitere Symptome: Symptome wie Brust- oder Magenschmerzen können ebenfalls auftreten.

Wie Allergene, Gene und Umweltfaktoren zusammenwirken

Die genaue Ursache der Erkrankung ist noch nicht vollständig verstanden. Die Ursachen für eosinophile Ösophagitis sind komplex. Es wird jedoch vermutet, dass eine allergische Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel oder Umweltallergene sowie genetische und umweltbedingte Faktoren eine Rolle spielen kann.

  1. Immunologische Reaktionen: Bei EoE sind die eosinophilen Granulozyten, eine Art von Immunzellen, in der Schleimhaut der Speiseröhre in erhöhter Anzahl vorhanden. Diese Zellen sind an der Entzündung beteiligt und können durch Allergene oder andere Reize aktiviert werden.
  2. Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Nahrungsmittelunverträglichkeiten, insbesondere auf Milch- und Weizenprodukte, zur Entstehung von EoE beitragen können.
  3. Allergische Erkrankungen: Menschen mit allergischen Erkrankungen wie Asthma, Ekzemen und Heuschnupfen haben ein höheres Risiko für EoE.
  4. Umweltfaktoren: EoE ist in Regionen mit höherer Luftverschmutzung und höherem Allergenexpositionshintergrund häufiger zu finden. Auch Nahrungsmittelallergene können eine Rolle spielen.
  5. Genetische Veranlagung: Es scheint, dass EoE in einigen Familien gehäuft auftritt, was auf eine genetische Veranlagung hindeutet. Bei einigen Betroffenen wurde eine ungewöhnlich hohe Expression eines bestimmten Gens namens Eotaxin-3 festgestellt. Dieses Gen kodiert für ein Protein, das für die Kontrolle der Ansammlung von Eosinophilen wichtig ist.

Und/oder Gastroösophagealer Reflux (GERD)?

Weitere Faktoren, die zur Entstehung der EoE beitragen können, sind gastroösophagealer Reflux (GERD). GERD ist eine Erkrankung, bei der saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt und eine Entzündung verursachen kann. Einige Studien deuten darauf hin, dass GERD ein Risikofaktor für EoE sein könnte, obwohl die Beziehung zwischen den beiden Erkrankungen nicht vollständig geklärt ist.

Autoimmunerkrankung? Nein, immunvermittelt!

Bei der EoE handelt sich um eine immunvermittelte Erkrankung, bei der das Immunsystem des Körpers auf bestimmte Nahrungsmittel- oder Umweltantigene in der Speiseröhre reagiert. Das Immunsystem des Körpers erkennt eine Substanz als fremd oder schädlich an und löst eine Reaktion aus, um sie zu bekämpfen oder zu beseitigen. In einigen Fällen kann das Immunsystem jedoch fehlerhaft reagieren und eine Reaktion gegen harmlose Substanzen oder Gewebe des Körpers auslösen, was zu einer Immunreaktion führt, die Schäden verursachen kann.

Im Gegensatz dazu zielt das Immunsystem bei Autoimmunerkrankungen fälschlicherweise auf körpereigene Zellen oder Gewebe ab und greift sie an. Bei eosinophilen Ösophagitis handelt es sich um eine allergische Reaktion, die zu einer Entzündung der Speiseröhre führt.